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Eva Olbricht

Ich habe im Ruhrgebiet Fotografie studiert, habe anschließend vier Jahre in Leipzig gelebet und bin vor zwei Jahren mit meinem Partner und unserer Tochter wieder zurück in meine Heimat, nach Freiburg gezogen.

Früh wurde mir klar, dass Fotografie für mich nicht allein die Möglichkeit ist, etwas Vorhandenes abzubilden, sondern dass ich sie auch als bildgebendes Medium nutzen möchte, um meine Fragen und Beschäftigungen sichtbar zu machen. Neben dem Moment der Aufnahme ist daher immer auch die spätere Arbeit mit dem Bildmaterial, sowie das Nachdenken über Präsentationsformen, ein wesentlicher Teil meines Prozesses. Mich interessiert der Punkt, an dem eine Fotografie ein Bild wird und eine eigene Wirkung entwickelt – über das reine Abbilden hinaus.

Zu Beginn meines Studiums stand die Auseinandersetzung mit Unschärfe im Mittelpunkt und mit der Struktur des analogen Negativkorns, das sich bei extremer Vergrößerung zeigt. Später rückten Textilien und textile Handwerkstechniken in den Fokus – etwas, das mich bis heute nicht loslässt. Nach Ende des Studiums kam ein weiteres Material hinzu: Über eine zunächst angewandte Arbeit mit Keramik erarbeitete ich mir Wissen und Fertigkeiten in diesem Medium, das inzwischen auch seinen Weg in meine künstlerische Arbeit gefunden hat.

Fotografie, Textilien, Keramik. Kategorien greifen für meine Arbeit kaum noch: Handwerkliches und kunsthandwerkliches Arbeiten interessiert und inspiriert mich, und ich bediene mich teilweise an überlieferten Techniken, ohne dass ich mich einer bestimmten Disziplin zuordnen würde. Diese Unschärfe gefällt mir und das Spiel mit Grenzen und Übergängen zwischen den Dingen, ist wesentlicher Teil meiner Arbeit. Zwischen Fotografie und Bild, zwischen Bild und Objekt, zwischen Objekt und Gebrauchsgegenstand. Zwischen Kunst und Handwerk.