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Annette Viola Mokler

Das künstlerische Gestalten hat mich seit ich Denken kann begleitet, Lehm, Ton, Farben aller Art, Spray, Stein, Holz (Kettensäge, Beil, Flex) - Immer war ich aktiv, mal mehr, mal weniger, habe in Munzingen Kunst studiert, mich an Symposien beteiligt, mehrfach ausgestellt, bin in der Ateliergruppe kunstgehege im Mundenhof aktiv und in anderen Gruppierungen, wie einem Frauen-Aktzeichenkollektiv, das im Hexenhaus in Merzhausen an der letzten Open Art ein 666 minütiges happening N-AcKT organisiert hat.

Oft begebe ich mich auf die Suche nach inneren Bildern, taste mich ganz langsam heran und beginne im Verlauf des Prozesses zu verstehen. Es ist eine persönliche Beziehung und ich denke nicht an Betrachtende.

Aber Kunst muss auch Stellung beziehen:

‘Unforseen message to a Saharawi activist’ für die open art 2026 reiht sich ein in meine Folge von grossformatigen Frauenportaits. In dieser Reihe befindet sich zB das Portrait von Marielle Franco, was ich ursprünglich als Plakat für die Demo als Reaktion auf ihre Ermordung gesprayt hatte. Die Ermordung war als Einschüchterung geplant, doch plötzlich tauchten überall auf der Welt Graffiti von Marielle auf, grosse Demonstrationen bildeten sich, ihr Gesicht wurde ein Symbol für den feministischen und schwarzen Widerstand in Brasilien, Plätze und Strassen wurden nach Marielle Franco benannt und die Forderung nach Aufklärung dieses Mordes war einfach zu laut. Ein vielstimmiger weltweiter Chor aus Graffiti: Auftraggeber für den Mord war der Polizeipräsident von Rio!

…Und was ich am Sprayen berauschend finde: FARBE, SO VIEL FARBE!