Resonanz und Entzug
Wir möchten im Rahmen des Open Art Festivals die Unverfügbarkeit von Orten und die Verfügbarkeit von Erwartungen, die verschiedene öffentliche Räume mit sich bringen, performativ und verkörpert erfahrbar machen. Tanz als Praxis reagiert nicht nur auf die Präsenz der Menschen, sondern auch auf die strukturelle und gesellschaftliche Dimension von Räumen und macht damit den städtischen Raum erfahrbar.
Orte: Das Bachbett des Gewerbekanals in der belebten Freiburger Altstadt ist ein Zusammenspiel aus fließenden Menschenmengen und fließendem Wasser und schafft durch seine Beschaffenheit eine Art Bühne. Der Bertholdsbrunnen scheint zunächst kein Platz zu sein - er wirkt wie eine Insel zwischen den Trams und den Fußgängern und eröffnet dadurch ein einzigartiges Raumgefühl. Das Treppenhaus eröffnet ein Spiel zwischen visueller und auditiver Unverfügbarkeit.
Folgendes gilt für alle Orte: Wir nehmen Tanz aus sterilen Tanzräumen und übertragen ihn in den urbanen Kontext. Es werden bekannte Räume umcodiert und die Grenze zwischen Umgebung und zugehöriger Praxis aufgeweicht. Jede Performance reagiert auf Ort, Zeit, das Einzigartige und die inhärenten Erwartungen, die der Raum mit sich bringt.
Künstlerische Praxis: Wir arbeiten mit Tanzimprovisation, die auf bestimmten Bewegungsaufgaben (Scores) basiert und ortsspezifisch reagiert. Dementsprechend haben wir keine feste Choreographie, der wir folgen, vielmehr entsteht diese im Moment und in der entsprechenden Umgebung.