ON/OFF
Die Arbeit versteht Unverfügbarkeit nicht als Mangel, sondern als selbstgewählten Zustand – als Raum für Wahrnehmung, Selbstbestimmung und bewusste Unterbrechung. In einer Zeit permanenter Erreichbarkeit wird der Rückzug zur leisen Form von Freiheit. Unverfügbarkeit erscheint hier nicht als Flucht, sondern als Entscheidung: gehen können, nicht müssen. Bleiben dürfen, ohne Rechtfertigung.
Im Zentrum steht eine ca. 1,60 m hohe Figur aus Pappmaché: eine wartende Dame auf einem Koffer. Sie scheint im Übergang – vielleicht wartet sie, vielleicht ist sie innerlich längst aufgebrochen. Der Koffer symbolisiert Bewegung und Möglichkeit. Doch nichts drängt. Die Zeit gehört ihr.
Der Ausstellungsort – ein Autohaus – verstärkt die Spannung zwischen Aufbruch und Stillstand. Zwischen Karosserien, Zukunftsversprechen und Mobilität entsteht ein Moment der Verlangsamung. Hier öffnet sich ein Raum der Wahl: Muss ich weiterfahren – oder darf ich stehen bleiben? Wem gehört meine Zeit, wenn niemand sie einfordert? Die Figur entsteht aus wiederverwertetem, gesammeltem Packpapier des Unternehmens, kombiniert mit Draht und Zeitung, bemalt mit Acryl. Ergänzend zeigen ca. fünf Ölbilder Frauen und Mädchen in Momenten selbstbestimmter Zeit: beim Lesen, im Wasser, beim Wandern, beim Fahren, beim Ausruhen. Sie sind anwesend – und doch nicht verfügbar. Ihre Aufmerksamkeit gehört ihnen selbst.
Unverfügbarkeit wird zum sichtbaren Zustand. Ein Raum, den man betreten – oder verlassen kann.
Zeiten
04.05. - 08.05.08:00 - 18:00 Uhr
09:00 - 13:00 Uhr
08:00 - 18:00 Uhr
09:00 - 13:00 Uhr
- Installation
- Performance
- Intervention
- Skulptur
- Ausstellung