Matobo‑Nationalpark
Der Matobo‑Nationalpark im Südwesten Simbabwes, einst Teil des heutigen Simbabwe, ist ein uralter, von Granitfelsen durchzogenes Gebirge, das seit Jahrhunderten als spiritueller Ort der Shona‑ und Ndebele‑Völker gilt. In dieser Ausstellung wird das scheinbare „Unverfügbare“ – die unsichtbare Präsenz der Ahnen – durch Gemälde, die das raue Landschaftsbild und die rituellen Spuren einfangen, greifbar gemacht.
Der Begriff „Unverfügbarkeit“ verweist auf das, was weder materiell noch unmittelbar erfassbar ist: die Vorfahren, die in den Felsformationen, den Höhlenmalereien und den heiligen Baumscheiben weiterleben. Für die einheimische Bevölkerung ist das Land selbst ein lebendiges Archiv, das Erinnerungen bewahrt, ohne dass diese jemals vollständig „verfügbar“ im Sinne von greifbar oder messbar werden. Die Ausstellung stellt diese Spannung zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit in den Mittelpunkt.
Begleitende Texte erläutern, dass der Ahnenkult im Matobo‑Nationalpark nicht nur ein religiöses Ritual, sondern ein integraler Bestandteil des ökologischen Bewusstseins ist. Die Menschen sehen die Berge als „Wohnorte“ ihrer Vorfahren; das bedeutet, dass jede Entscheidung – vom Anbau von Feldfrüchten bis zur Jagd – im Einklang mit dem Respekt vor den Ahnen getroffen wird. Diese Sichtweise macht das Konzept des „Unverfügbaren“ zu einer praktischen Leitlinie für nachhaltiges Handeln.
In der Ausstellung erkennen die Besucher, dass kulturelle Werte oft jenseits des Sichtbaren liegen und dennoch das tägliche Leben prägen. Durch die Gegenüberstellung von malerischer Dokumentation und spiritueller Bedeutung wird die Frage aufgeworfen, was in unserer eigenen Gesellschaft „unverfügbar“ bleibt – etwa Traditionen, Erinnerungen oder kollektive Identität. Die Ausstellung lädt zu Gesprächen über den Umgang mit immateriellen Kulturgütern und deren Schutz in einer globalisierten Welt ein.
„Unverfügbarkeit“ ist mehr als ein Titel; er ist ein Aufruf, das Unsichtbare zu achten, das in den Granitfelsen des Matobo‑Nationalparks weiterlebt. Die gezeigten Bilder öffnen einen Blick auf eine Welt, in der Ahnen nicht nur Vergangenheit, sondern ein aktiver Teil der Gegenwart sind – ein Konzept, das trotz seiner Unsichtbarkeit greifbar wird, sobald wir bereit sind, zuzuhören.
Zeiten
04.05. - 08.05.07:00 - 20:00 Uhr
12:00 - 16:00 Uhr
07:00 - 20:00 Uhr