Kein Anschluss unter dieser Nummer
Was passiert mit den Worten, die wir nie gesagt haben?
Was geschieht mit Sätzen, die in uns stecken bleiben, weil der richtige Moment verpasst wurde, weil Nähe verloren ging oder unser Gegenüber unverfügbar geworden ist?
Telefonzellen standen einst für Verbindung, Erreichbarkeit und das Überbrücken von Distanz. Heute sind sie fast verschwunden. Ich habe eine solche Telefonzelle gefunden: Telefonzelle Schlosscafe Freiburg, Kapellenweg.
In meiner Arbeit wird die Telefonzelle zu einem neuen öffentlichen Ort für Kunst und Sprache. Ich sammle Worte und Sätze aus meinem Umfeld – Gedanken, die Menschen schon immer einmal sagen wollten. Diese gesammelten Worte übersetze ich malerisch. Mit Öl auf Glas oder transparenter PVC-Folie schenke ich der Telefonzelle neue Scheiben.
Die Telefonzelle wird nicht wieder funktional im technischen Sinne, aber ein Ort der Resonanz, der Begegnung und des Innehaltens im Stadtraum. Kunst entsteht hier aus dem Verlust von Verfügbarkeit: von Sprache, von Nähe, von Orten. Und genau darin öffnet sich ein neuer Möglichkeitsraum für Austausch, Erinnerung und Verbindung.
Ich arbeite seit mehreren Jahren in Freiburger Ateliers mit Öl auf transparenten Bildträgern wie Glas und Folie. Mich interessieren Übergänge: zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen biologischen Prozessen, gesellschaftlichen Strukturen und dem Stadtraum als gemeinsamem Lebensraum. Meine Arbeiten entstehen konzeptuell, oft aus Beobachtung, Sammeln und Fragen.
Zeiten
- durchgängig geöffnet -- Performance
- Installation
- Intervention
- Ausstellung