Guter Ort zum Sitzen
Ein öffentlicher Ort, der sich als guter Ort zum Sitzen anbietet, an dem jedoch keine Sitzgelegenheit vorhanden ist. Der Ort ist bewusst ausgewählt und bleibt unverändert: Es wird kein Objekt installiert, keine Bank aufgestellt, kein Ersatz angeboten.
Die Arbeit bezieht sich auf das Leitmotiv „Unverfügbarkeit“, indem sie Resonanz nicht herstellt, sondern ihre Voraussetzungen untersucht. Resonanz lässt sich nicht erzwingen – zugleich kann sie unter bestimmten räumlichen Bedingungen nicht einmal versucht werden. Öffentliche Räume werden zunehmend so gestaltet, dass Aufenthalt erschwert wird: Sitzmöglichkeiten verschwinden, Verweildauer wird reguliert, Durchgang und Funktion dominieren. Neben defensiver Architektur verschwinden sogenannte „Third Places“ – Orte zwischen Arbeit und Privatheit, die soziale Nähe ermöglichen könnten. Ihr Verschwinden ist Teil gesellschaftlicher Entfremdung.
Die Situation fordert Frustrationstoleranz und macht erfahrbar, dass Aufenthalt, Zugänglichkeit und Teilhabe keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern ungleich verteilte Bedingungen haben.
Ich arbeite konzeptuell – oft mit Gedanken statt Dingen. Meine Praxis verbindet Alltagsbeobachtung und gesellschaftliche Analyse mit formaler Reduktion. Materialien und Medien wähle ich nach inhaltlicher Notwendigkeit, um Regeln, Strukturen und Routinen sichtbar zu machen.
Zeiten
- durchgängig geöffnet -- Performance
- Installation
- Intervention
- Konzeptkunst
- Ausstellung