Empathie
Empathie ist eine site-specific Skulpturinstallation aus zwei gegenüberstehenden Spiegeln, die durch eine leere Öffnung unterbrochen werden. Im Zentrum verweigern sie die vollständige Reflexion. Durch diesen Zwischenraum können sich zwei Personen ansehen und den Blick des jeweils anderen teilen.
Die Arbeit thematisiert Unverfügbarkeit. Spiegel bestätigen gewöhnlich das Selbst; hier wird diese Funktion ausgesetzt. Das erwartete Bild bleibt aus, die Selbstwahrnehmung wird unterbrochen und durch die Präsenz des Anderen ersetzt. Empathie entsteht nicht durch Selbstspiegelung, sondern durch die Akzeptanz der Leerstelle.
Die Installation aktiviert sich nur, wenn mindestens zwei Personen gleichzeitig interagieren; sonst bleibt sie unvollendet. Empathie erscheint als situativ und nicht auf Abruf verfügbar.
Freiburg als multikulturelle Stadt bildet einen zentralen Kontext. In einem Klima wachsender Abgrenzung setzt Empathie eine minimale Geste: einen Raum zu schaffen, in dem der Andere konkret erfahrbar wird.
Für den öffentlichen Raum gedacht, würde ich die Arbeit bevorzugt am Bertoldsbrunnen zeigen. Auch Sukoon ist durch seine multikulturelle Qualität ein idealer Ort der Begegnung. Beide Orte erlauben es, Passant:innen mit Unverfügbarkeit und Empathie zu konfrontieren und eine Unterbrechung im Alltag zu schaffen.
Die Erfahrung bleibt präsentisch und nicht fotografisch reproduzierbar.
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