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Call to the Future

Eine hölzerne Telefonzelle ermöglicht es Besucher*innen, mit fiktiven Charakteren zu „telefonieren“, die in einer zukünftigen Welt leben.

Jeder Anruf spielt eine kurze Tonaufnahme ab, in der der jeweilige angewählte Charakter aus seiner Sicht auf eine Zeit, seine „Vergangenheit“, aber eine mögliche Zukunft für uns, zurückblickt.

Über ein illustriertes Telefonbuch mit Kurzbiographien der Charaktere können Besucher*innen, mittels eines QR Codes, eigene Gedanken oder Erwartungen im digitalen Gästebuch des betreffenden Charakters hinterlassen und damit selbst Teil der fortlaufenden Geschichte werden.

Die Telefonzelle bleibt bewusst im öffentlichen Raum und damit auch Veränderung, Verfall oder Vandalismus ausgesetzt. Ihre physische Vergänglichkeit verweist auf die Unverfügbarkeit der Zukunft und auf die ständige Transformation von Gegenwart zu Vergangenheit.

Ausgehend von Heideggers Zeitverständnis, dass Zeit nicht linear verläuft, sondern Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verwoben sind, thematisiert die Arbeit das Verhältnis von Erwartung und Erfahrung.

Zukunft existiert nur als Erwartung, die auf der individuellen Vergangenheit gründet.

Politik, Kunst und Leben sind stets Versuche, diese Erwartung zu gestalten und Zukunft werden zu lassen, obwohl die Zukunft selbst niemals erreichbar ist.

Die Telefonzelle soll dieses Paradox erfahrbar machen:
Jede Interaktion verwandelt eine erdachte Zukunft für die Besucher*innen sowie für Beobachter und Gestalter in eine konkrete, vergangene Erfahrung.

Welche Form diese Zukunft annimmt, ob durch Zuhören, Schreiben oder Nichtstun bleibt unverfügbar und wird in der Transformation aufgelöst und damit lebendig.


Die Zukunft bleibt unverfügbar, doch gerade aus der Erwartung dessen, was sein könnte, entsteht Bewegung, Gestaltung und Leben.

Zeiten

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Projektkategorie
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Performanceform
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